Unterricht/Education                                                                                                                       zurück

 


Unterrichten



In meiner Arbeit nimmt das Unterrichten einen wichtigen Platz ein. Momentan habe ich eine kleine private Klasse bestehend aus Jugendlichen und Erwachsenen. Gelegentlich kommen auch Studenten von Musikhochschulen in den Unterricht.


Hochschulprojekte

Von der Basler Musikhochschule wurde ich bereits 2008 mit dem spannenden Projekt betreut, Kompositionen von Studenten der Kompositionsklassen mit Instrumentalisten aus den Ausbildungsklassen einzustudieren und gemeinsam mit Ihnen im Basler Gare du nord aufzuführen.

Im März 2015 werde ich eine Masterclass am Koninklijk Conservatorium Antwerpen für die Cellisten der Hochschule und Kammermusik geben. Thema: Mozart und der klassische Stil.


Akademie

Seit 2014 engagiere ich mich für die neu gegründete Akademie des Baltahsar-Neumann-Ensembles. Die bei Probespielen ausgewählten Akademisten werden während der Projekte betreut und von mir in Cello- und Streichquartett unterrichtet.


Education Projekte


Die Education Projekte sind eine Initiative des Ressort Kultur des Erziehungsdepartement Basel-Stadt. Kinder und Jugendliche haben hier die Gelegenheit, mit Künstlerinnen und Künstlern einen eigenen künstlerischen Prozess von der Planung bis zur Aufführung aktiv mitzuerleben und mitzugestalten.

(www.educationprojekte.ch)


Viermal war ich als Leiter an Education Projekten des Kammerorchester Basel beteiligt.


Windrose (2006) wurde mit Schülern einer Basler Orientierungsschule und Musik von Mauricio Kagel durchgeführt und für seinen didaktischen Ansatz und das überzeugende Ergebnis von der Stiftung „Junge Ohren“ mit dem 1.Preis ausgezeichnet.

KAI (2008) wurde mit einer Gruppe von 15 Cellisten im Alter von 15 bis 20 Jahren um Turnages Cellokonzert und das Thema Requiem herum entwickelt. Die Zusammenarbeit mit dem Theaterpädagogen Martin Frank und der Choreographin Beatrice Gortz war intensiv und befruchtend, das künstlerische Resultat auf hohem Niveau.

Die Musik zu KAI hatte ich über einen langen Zeitraum hinweg in Improvisationen mit den jungen Cellisten erarbeitet. Dabei spielten die Ausdrucksmöglichkeiten des Lamento auf dem Cello ebenso eine Rolle wie die rhythmische Präsenz und Lust der jungen Leute. Heraus kam ein ganz eigener „groove“, der sich bei den Aufführungen in der Basler Kaserne mit Turnages Cellokonzert zu einem grossen Bogen zusammen schloss.

(kammerorchesterbasel; Alexander Liebreich, Leitung; Sol Gabetta, Violoncello)


Divertimento (2010) vom selben Leitungsteam erarbeitet, nahm Bartoks gleichnamiges Werk und den 25. Geburtstag des Kammerorchester Basel zum Anlass für eine Auseinandersetzung mit der türkischen Musik und dem Thema Emigration. Ursprünglich war das Werk von Paul Sacher für sein damaliges Basler Kammerorchester bei Bartok in Auftrag gegeben worden. Dieser hatte es kurz vor Ausbruch des 2. Weltkriegs geschrieben. Wenige Jahre später musste er sein Land verlassen.

Die Zusammenarbeit mit Jugendlichen des Alevitischen Zentrums Basel, die dort das für ihre Kultur zentrale Instrument Baglama (Saz) lernen, war eine glückliche Fügung. Hier drängten sich sowohl musikalische als auch thematische Parallelen geradezu auf.

Die türkische Musik, für mich zunächst zwar reizvoll, doch aufgrund ihrer eigenen Gesetzmässigkeiten und Tonalitäten (Vierteltöne) auch fremd, öffnete sich im Lauf der Zeit immer mehr, um sich schliesslich auf erstaunliche Weise mit Bartoks Musik zu verbinden. Die Handlung auf der Bühne schloss die Musiker des Kammerorchesters bewusst mit ein; das Zusammenspielt mit den alevitischen Jugendlichen mündete in ein grosses Fest, das schliesslich vom letzten Satz des Divertimento gekrönt wurde.


PASSION (2014)

Diesem Projekt, das mit einer Schulklasse von 11-12-jährigen Kindern durchgeführt wurde, lag Frank Martins Werk Polyptyque für Sologeige und Doppelstreichorchester zugrunde. Das Werk bezieht sich auf einen Altar von Duccio di Buoninsegna im Dom zu Siena (Anfang 14. Jahrh.), der in 26 Tafeln die Passionsgeschichte darstellt. Martin hat daraus 6 Bilder für seine Musik ausgewählt. Dem Reichtum der Vorgaben im geschichtlichen, darstellerischen und musikalischen Bereich und ihrer grossen Zeitspanne von 2000 Jahren – von der Bibelgeschichte über Duccio bis Martin – begegneten die Kinder mit ihrer persönlichen Sicht auf die ewigen Themen Schuld und Vergebung. Es wurde gemalt, gespielt und musiziert. Erstaunt war ich darüber, wie die starke und suggestive Musik Martins auch ohne Vorwissen bei den Kindern Bilder und Gedanken auslöste, die der Passionsgeschichte sehr nah waren.

(Kammerorchester Basel, Solovioline Renaud Capucon)